Erdogan: „Ich habe niemanden außer mein Volk“

Erdoğan sagt, dass er seit 2010 versuche, massive Attacken gegen die Türkei abzuwehren. In diesem Kampf habe nur das Volk bedingungslos zu ihm gestanden – sonst niemand.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. (Foto: flickr/francediplomatie)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. (Foto: flickr/francediplomatie)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Donnerstagabend auf einer Konferenz der türkischen Veteranen erklärt, dass seit dem Jahr 2010 gegen die Türkei zahlreiche Verschwörungen im Gange seien. In der Putschnacht vom 15. Juli sei klar geworden, dass der wahre Besitzer des Staates das Volk sei.

Die Zeitung Takvim zitiert Erdoğan:

Wenn sie am 15. Juli einen Erfolg erzielt hätten, hätten sie diesen Putsch in ein gutes Licht rücken wollen. Schaut sie euch an! Nun begeben sie sich in die Opferrolle. Es tut mir Leid, aber die wahren Leidtragenden sind die Verwandten derjenigen, die am 15. Juli getötet wurden. Die wahren Leidtragenden sind die Hinterbliebenen der Veteranen vom 15. Juli. Sie sind in unsere geheimsten Winkel eingedrungen. Sie haben die Umma in tausend Stücke zerrissen. Das sind Irre. Doch es fiel uns zuvor schwer, das wahre Gesicht der Terror-Organisation Fethullah Gülens zu erkennen. Als ich im Jahr 2010 damit begann, eine klare Haltung gegen diese Organisation an den Tag zu legen, hatte ich niemanden an meiner Seite außer mein Volk. Ich habe es offen gesagt. Nimmt eure Kinder von den Schulen dieser Leute. Es gab einige Bürger, die ihr Hab und Gut verkauft haben, um ihre Gelder auf den Konten der Banken dieser Organisation anzulegen. Nun sitzen diese Leute in Untersuchungshaft und spielen die Unschuldigen. Vergisst nicht, auch die Verräter verfügen über Cleverness.

Einzig und allein mein Volk hat mich auf diesen harten Weg des Kampfes bedingungslos unterstützt (…) Einige Stimmen zweifeln an der Echtheit des Putsches und sagen: ,Was war denn das für ein Putsch? Warum kamen aus den Gewehrläufen nicht noch mehr Kugeln?‘. Sie können gegen Menschen, die die Angst überwunden haben, machen was immer sie wollen. Die Blick unseres Volkes auf den Tod unterscheidet sich von allen anderen. Hätten diese Gegenstimmen die Echtheit des Putsches akzeptiert, wenn in dieser Nacht nicht 246, sondern 246.000 Menschen gestorben wären? Nein, natürlich nicht! Auch dann hätten sie polemisch reagiert. Sie hätten nach einem Vorwand gesucht, um die Echtheit anzuzweifeln. Niemand hat nach all diesen Ereignissen das Recht, sich in die Opferrolle zu flüchten. Alle, die direkt oder indirekt an diesem Putsch beteiligt gewesen sind, müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

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