Clinton-Affäre: FBI hat offenbar zehntausende neue Emails gefunden

Die Lage für Hillary Clinton ist ernst. Offenbar ist ein große Zahl von Emails ihrer engsten Vertrauten aufgetaucht. Eine erste große liberale Zeitung in den USA fordert ihren Rückzug von der Kandidatur.

Wikileaks hatte zuletzt eine Reihe von Dokumenten vom E-Mailkonto von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta veröffentlicht. (Foto: Flickr/ Masificación de Internet by Ministerio TIC Colombia CC BY 2.0)

Wikileaks hatte zuletzt eine Reihe von Dokumenten vom E-Mailkonto von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta veröffentlicht. (Foto: Flickr/ Masificación de Internet by Ministerio TIC Colombia CC BY 2.0)

Die New York Times berichtet, dass das FBI zehntausende Emails der engsten Clinton-Mitarbeiterin Huma Abedin gefunden hat. Die Emails hätten sich auf dem Computer des wegen sexueller Delikte untersuchten demokratischen Politikers Anthony Weiner gefunden. Weiner ist der Ehemann von Abedin.

Mehrere US-Medien – unter anderem die NYT und die Washington Post – berichteten am Samstag, dass das US-Justizministerium Bedenken wegen der Veröffentlichung vor der Wahl gehabt haben sollen. Das FBI habe jedoch darauf bestanden, weil der Geheimdienst dem Kongress versprochen hatte, das Parlament bei jeder neuen Entwicklung sofort zu informieren. Der ZDF-Korrespondent in Washington analysierte, dass das Justizministerium das FBI nicht gewähren hätte lassen, wenn es nicht Anhaltspunkte dafür hat, dass es sich um eine ernste Angelegenheit handelt.

Die Chicago Tribune forderte als erstes großes, liberales Medium den Rücktritt von Clinton. Es sei untragbar, dass eine Kandidatin in das Weiße Haus einziehe, gegen die Strafermittlungen laufen. Statt Clinton solle der demokratische Kandidat für die Vizepräsidentschaft zur Wahl antreten.

Die Zeitung hält das Geschäftsgebaren der Clinton-Stiftung und die offenkundige Vermischung von privaten und öffentlichen Interessen für so problematisch, dass Clinton als Präsidentin ungeeignet sei.

Clinton selbst hat die Entscheidung der Bundespolizei FBI, erneut wegen ihrer E-Mail-Affäre zu ermitteln, attackiert. „Es ist ziemlich seltsam, direkt vor einer Wahl so etwas mit so wenig Informationen öffentlich zu machen“, sagte Clinton am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Daytona Beach in dem hart umkämpften Bundesstaat Florida.

„Es ist nicht nur seltsam, es ist beispiellos“, fügte die Ex-Außenministerin hinzu. „Und es ist zutiefst beunruhigend, weil die Wähler es verdienen, die umfänglichen und vollständigen Fakten zu bekommen.“ Clinton bekräftigte ihren Appell an FBI-Chef James Comey, seine Erkenntnisse zu den neu entdeckten Mails publik zu machen: „Also haben wir Direktor Comey aufgerufen, alles sofort zu erklären, alles auf den Tisch zu legen.“

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