EU-Kommissar Oettinger nennt Chinesen bei Vortrag „Schlitzaugen“

EU-Kommissar Oettinger hat bei einem Vortrag in Hamburg von Chinesen als "Schlitzaugen" gesprochen. Unter Druck geraten, versuchte Oettinger den klar rassistischen Begriff als „saloppe Äußerung“ zu verharmlosen.

Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger stellt der Türkei weitere Hilfen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise in Aussicht. (Foto: GAP089/flickr).

Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger. (Foto: GAP089/flickr).

EU-Kommissar Günther Oettinger hat sich nach einer umstrittenen Rede gegen den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit gewehrt. Dass er das Wort „Schlitzauge“ in einer Rede verwendet habe, sei nicht anstößig gemeint gewesen, sagte Oettinger am Samstag der Online-Ausgabe der „Welt“. „Das war eine etwas saloppe Äußerung, die in keinster Weise respektlos gegenüber China gemeint war“, versicherte der deutsche Politiker.

Allerdings lässt das, was ein Teilnehmer des Vortrags auf Video aufgenommen hat, keinen Zweifel daran, dass Oettinger die Chinesen wegen ihres Äußeren verspottet hat. Er sagte, die Chinesen hätten schwarze Haare, weil sie ihre Haare mit schwarzer Schuhcreme polierten. Außerdem machte er sich über die Frauenquote lustig und diffamierte in einem Nebensatz die Homosexuellen (siehe Video am Anfang des Artikels).

Oettinger war dem Bericht zufolge hart dafür kritisiert worden, dass er bei einem Vortrag in Hamburg von „Schlitzohren und Schlitzaugen“ gesprochen haben soll. Oettinger sagte der „Welt“ zu der Rede: „Ich wollte im digitalen Sektor, generell bei technologisch geprägten Sektoren aufzeigen, wie dynamisch die Welt ist. Und welche Herausforderung das enorme Tempo der Aufholjagd von Ländern wie China und Südkorea für uns darstellt. Und ich wollte in diesem Zusammenhang vor Selbstzufriedenheit warnen.“

Zu dem Begriff „Schlitzohren“ sagte er dem Bericht zufolge, die Chinesen seien „einfach clever, sie sehen genau, wo es einen Technologievorsprung in Europa gibt“. „Und wenn sie ihn nicht selbst aufholen können, dann kaufen sie zu“, fügte Oettinger hinzu. Europäische Unternehmen stünden umgekehrt „in China vor größeren Hürden“.

Seine Äußerungen müssten im „Gesamtzusammenhang“ gesehen werden, forderte der EU-Kommissar in der „Welt“. „Es ging in meiner Rede darum, Deutschland vor zu viel Selbstsicherheit zu warnen.“

Oettinger verteidigte auch, dass er CSU-Chef Horst Seehofer als einen „Populist light“ bezeichnet hatte. „Wir sind alle irgendwie geneigt, populäre Themen anzugehen“, sagte er. „Aber ich glaube, dass wir uns angesichts der Lage Deutschlands und Europas vor jedem Populismus hüten sollten.“

Zur Frauenquote stellte Oettinger klar, diese sei aus seiner Sicht „ein wichtiges Instrument, um eine angemessene Mindestbeteiligung von Frauen in Spitzengremien zu erreichen“.

Auch die Home-Ehe habe er nicht als solche angreifen wollen. „Ich habe die Homo-Ehe in einer Liste von Themen, Initiativen und Debatten genannt, die in Deutschland die politische Tagesordnung bestimmen“, sagte er. „Mir geht es darum, diese Liste an Themen zu ergänzen – insbesondere um das Thema Wettbewerbsfähigkeit.“

Am Freitag war bekannt geworden, dass Oettinger in der EU-Kommission den Haushalt übernehmen soll.

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