Essen: Haftbefehle wegen Brandanschlag auf türkisches Café

Nach dem Anschlag auf ein türksiches Cafe in Essen am Freitag hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen.

Die Polizei fürchtet weitere Konflikte unter Deutsch-Türken. (Foto: Flickr/Kieren Pitts/CC BY-SA 2.0)

Der Vorfall fand in der Nähe einer Polizeiwache statt. (Foto: Flickr/Kieren Pitts/CC BY-SA 2.0)

Die beiden mutmaßlichen Täter eines Brandanschlags auf ein türkisches Café in Essen am Freitagabend sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Die beiden 19- und 23-Jährigen Deutschen mit kurdischen Wurzeln werden verdächtigt, ein Molotowcocktail in die Teestube geworfen zu haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft Essen am Sonntag mitteilten. Dabei wurde ein Besucher leicht Verletzt. Den Beschuldigten werden schwere Brandstiftung und versuchter Totschlag vorgeworfen.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) warnte im Hinblick auf die politische Entwicklung in der Türkei davor, dass gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Türken auch in Deutschland zunehmen könnten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sei „ein Despot“ und treibe „sein perfides Spiel nicht nur in der Türkei, er agitiert auch in Deutschland gezielt gegen Kurden, Aleviten und andere System-Gegner“, sagte der BDK-Vorsitzende, André Schulz, dem „Handelsblatt“. Es sei deshalb jederzeit möglich, dass es auch in Deutschland zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen könne.

In der Nacht zu Freitag waren bei Anti-Terror-Razzien in der Türkei unter anderem die beiden Vorsitzenden der prokurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag, sowie mehrere HDP-Abgeordnete festgenommen worden. Eine Demonstration am Samstag in Köln mit 6500 Teilnehmern gegen Erdogan und die Festnahmen verlief nach Angaben der Polizei bis zum Schluss friedlich. Zu der Versammlung hatte eine kurdische Gruppe aufgerufen.

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