Bundesweit: Razzia gegen „Osmanen Germania“

Mit einer großen Durchsuchungsaktion ist die Polizei in sechs Bundesländern gegen die rockerähnliche Gruppe der Osmanen vorgegangen.

Seit den frühen Morgenstunden waren die Beamten im Einsatz. (Foto: Flickr/ Schriftzug Polizei by Marco CC BY 2.0)

Seit den frühen Morgenstunden waren die Beamten im Einsatz. (Foto: Flickr/ Schriftzug Polizei by Marco CC BY 2.0)

Mehr als 1000 Polizisten haben in sechs Bundesländern rund 50 Wohnungen, Gewerberäume und Büros im Rocker-Milieu durchsucht. Der Einsatz richtete sich gegen die Aktivitäten der Osmanen Germania, die als türkisch-nationalistisch gelten. Schwerpunkt war Hessen. Drei Männer wurden am Mittwoch festgenommen, zwei in Hessen und einer im Saarland, wie die Polizei in Saarbrücken bestätigte. Einzelheiten zu den Festnahmen gab es zunächst nicht.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das LKA in Wiesbaden teilten mit, es habe Aktionen in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg gegeben. Diese dauerten am Vormittag noch an. In Dietzenbach im Kreis Offenbach wurden mehrere Objekte des «Osmanen Germania Boxclubs» durchsucht. In dem Ort haben die Osmanen ihr World Chapter, so die dpa.

Gesucht wurde nach Waffen, Betäubungsmitteln, Munition, Schriftstücken und anderen Beweismitteln, die konkretere Hinweise auf illegale Geschäfte geben können. «Wir haben alle durchsuchten Objekte unter Kontrolle», schrieb das hessische LKA auf Twitter. Was sichergestellt wurde, war zunächst unklar.

Das LKA geht davon aus, dass es in Hessen 70 bis 80 Osmanen gibt, die sogenannten Chaptern in Hanau, Frankfurt und dem World Chapter in Dietzenbach zuzuordnen sind. Die Osmanen Frankfurt haben sich nach einer früheren Einschätzung von Ermittlern im Streit um den türkisch-nationalistischen Kurs von den Osmanen Germania abgespalten.

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) nannte die Aktion einen «sorgfältig geplanten Schlag gegen die Organisierte Kriminalität in der Bundesrepublik». Von den Durchsuchungen solle eine klare Botschaft ausgehen: «Egal in welcher Kutte Kriminelle glauben, sich in unserem Land betätigen zu können, wir werden gemeinsam mit aller Härte des Rechtsstaats gegen sie vorgehen.»

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