Türkei will Global Player bei Elektroautos werden

Die Türkei will sich einen Namen im internationalen Elektroauto-Markt machen und versucht, eine eigene Marke aufzubauen.

Die türkische Regierung hat ihre Ambitionen auf dem internationalen Automobilmarkt verdeutlicht. Wie der türkische Wissenschafts-, Industrie- und Technologieminister Faruk Özlü klar stellte, wolle man keineswegs ein türkisches Auto produzieren. Es ginge vielmehr darum, eine eigene Marke zu etablieren. Konzentrieren wird man sich dabei auf das Thema Elektromobilität.

„Unser Projekt zielt auf die Schaffung einer Elektroauto-Marke ab. Es ist eigentlich nicht schwierig, ein einheimisches Auto herzustellen, da viele Automobilhersteller in der Türkei produzieren und ihre Entwürfe und Technologien hier entstehen. Wir wollen eine härtere Aufgabe bewältigen: Wir wollen eine Automobilmarke schaffen, die nicht nur in der Türkei, sondern auch auf der ganzen Welt populär wird“, zitiert ihn die türkische Zeitung Hürriyet im Rahmen einer Pressekonferenz der parlamentarischen Budgetkommission zur Bekanntgabe des türkischen Haushaltsplanes für das Jahr 2017.

Dem Minister zufolge seien die Vorbereitungen für ein entsprechendes Geschäftsmodell samt administrativer und technischer Spezifikationen bereits angelaufen. Wie das Deutsch Türkische Journal hierzu berichtet, wolle sich die Türkei  hierbei auf dem Feld des sogenannten Freemiums bewegen. Darunter verstehe man ein Geschäftsmodell, bei dem das Basisprodukt gratis angeboten werde, während das Vollprodukt und Erweiterungen kostenpflichtig seien. Vorerst wolle man auf diese Weise Elektroautos für die gewerbliche Personenbeförderung wie beispielsweise Taxis auf den Markt bringen, zitiert die Zeitung Özlü.

Für die Verwirklichung des Projektes werde das Ministerium für Wissenschaft, Industrie und Technologie den kleinen und mittleren Unternehmen in der Produktion Kreditangebote von umgerechnet rund 300 Millionen Euro zur Verfügung stellen, deren Zinsen das Ministerium als Förderung übernehmen werde, heißt es weiter.

Der ehemalige Wissenschafts-, Industrie- und Technologieminister Fikri Işık sagte im vergangenen Jahr, dass das Elektroautoprojekt der Türkei besser wäre als das Modell von Tesla, da es eine integrierte Ladestation haben würde.

Özlü sagte auch, dass die türkischen Fabriken modifiziert werden müssten, um für das Thema Industrie 3.0 fit zu werden. „Wir planen, die türkischen Fabriken mit intelligenten Produktionssystemen auszustatten und die Produktionsmodelle nach den neuesten Technologien umzuwandeln. Darüber hinaus wollen wir diese Technologien mit unseren indigenen Mitteln entwickeln“, fügte er hinzu.

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