Erfolg für Erdogan: EU macht Gülen für Türkei-Putsch verantwortlich

Frans Timmermans, Erster Vizepräsident der EU-Kommission, macht die Gülen-Bewegung für den Türkei-Putsch verantwortlich. Es gebe Hinweise aus den USA.

Frans Timmermans, erster Vizepräsident der EU-Kommission. (Foto: Flickr/euranet_plus/CC BY-SA 2.0)

Frans Timmermans, erster Vizepräsident der EU-Kommission. (Foto: Flickr/euranet_plus/CC BY-SA 2.0)

Frans Timmermans, Erster Vizepräsident der EU-Kommission, sagte in einem Interview mit der belgischen Zeitung Knack, dass er glaube, die Gülen-Bewegung habe eine wichtige Rolle am Türkei-Putsch vom 15. Juli gespielt.

Timmermanns wörtlich: „Es ist nun klar, dass das, was Präsident Erdogan über die Rolle der Gülen-Bewegung beim Putsch sagt, kein totaler Unsinn ist (…) Auf Grundlage amerikanischer Untersuchungen gibt es wachsende Hinweise dafür, dass die Bewegung eine bestimmte Rolle gespielt hat (…) Ich denke, dass die Türken recht haben, wenn sie sagen, dass die Empathie des Auslands im Zusammenhang mit dem vereitelten Putschversuch sehr gering war.“

Am 15. Juli hatte eine Gruppe des türkischen Militärs, die sich vor allem aus Angehörigen der Luftwaffe zusammensetzte, gegen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan geputscht. Erdogan und die Mitglieder des türkischen Kabinetts sollten allesamt hingerichtet werden. Bei dem Putschversuch kamen 246 Menschen ums Leben. 2.200 wurden verletzt.

Die neue Einschätzung ist ein Erfolg für Erdogan, weil sich die Zuordnung Gülens zu dem Putsch in der EU bisher noch nicht als offizielle Meinung durchgesetzt hatte. Viele Politiker in der EU und in Deutschland hatten zunächst behauptet, der Putsch könnte von Erdogan selbst inszeniert worden sein, um seine Macht zu festigen. Die Behauptungen waren durch keinerlei Belege gestützt.

Die US-Regierung hatte dagegen bereits sehr früh eingeräumt, dass es sich um einen echten Putsch gehandelt habe. US-Präsident Barack Obama hatte jedoch jede Beteiligung der US-Regierung an dem Putsch zurückgewiesen.

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