Istanbul: Frauen fahren jetzt nachts sicherer Bus

Frauen in Istanbul sind nun sicherer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. In der Nacht dürfen die Busse für sie abseits der vorgesehen Routen und Haltestellen stoppen.

Der Mord an der Studentin Özgecan Aslan hat die türkische Öffentlichkeit aufgerüttelt. (Foto: Flickr/ Strange looking mini buses by shankar s. CC BY 2.0)

Der Mord an der Studentin Özgecan Aslan hat die türkische Öffentlichkeit aufgerüttelt. (Foto: Flickr/ Strange looking mini buses by shankar s. CC BY 2.0)

Seit Freitag können Frauen nachts auch dann zusteigen, wenn sie nicht an eigens gekennzeichneten Bushaltestellen stehen. Fahren Frauen nach 22 Uhr Bus, haben diese fortan auch die Möglichkeit, in der Nähe ihres Zielorts abgesetzt zu werden, selbst wenn dort kein eigener Stopp vorgesehen ist. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass der Umweg keine Gefahr für Verkehr und Umgebung darstelle

Ideengeber des neuen Services ist Stadtratsmitglied Esin Hacıalioğlu. Ihrer Ansicht nach minimiere ein solches Vorgehen mögliche Gewalt gegen Frauen, die allein oder zu Fuß im nächtlichen Istanbul unterwegs seien.

Die neue Regelung wurde am 17. November vom Stadtrat verabschiedet und gilt auf allen Busrouten in Istanbul, so die türkische Zeitung Sabah. Im Beschluss macht die Stadt darauf aufmerksam, dass allein in der Zeit von 2002 bis 2015 ungefähr 5.400 Frauen einem Verbrechen zum Opfer fielen. Darin heißt es: „Frauen zu erlauben, den Bus auch abseits der Bushaltestellen anzuhalten, ist ein kleiner Schritt für uns, aber ein wichtiger Schritt für Frauen, die auf den Straßen Gewalttätigkeit und sexueller Gewalt ausgesetzt sind.“

Von den weiblichen Passagieren werde der neue Service positiv aufgenommen, berichtet die Zeitung. Er ermögliche es den Frauen sicherer und in kürzerer Zeit nach Hause zu kommen. Gleichzeitig könnten sie so verlassene und gefährliche Orte in Istanbul meiden.

Ein türkischer Busfahrer hatte 2015 versucht, eine Studentin zu vergewaltigen. Als sich die junge Frau wehrt, bringt er sie um. Das brutale Verbrechen an der 20-jährigen Özgecan Aslan führte zu wütenden Protesten in der Türkei.

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