SüperLig-Rechte ausgeschrieben

Der türkische Fußballverband hat die Ausschreibungen für die TV-Rechte an der Süper Lig veröffentlicht. Dabei rechnen die Funktionäre mit Rekordeinnahmen. Damit setzt der Verband den TV-Riesen BEIN Sports mächtig unter Druck.

Der türkische Fußballverband hat die Details der neuen Ausschreibung für die TV-Rechte an der Süper Lig veröffentlicht. Dabei geht es um die Austragungsrechte ab der Saison 2017/18 für fünf Jahre. Aktuell werden die Partien von LigTV, der Pay-TV-Tochter von Digitürk gehalten. Bisher zahlt der Fernsehkonzern pro Saison 321 Millionen US-Dollar an den TFF, der das Geld dann an die Vereine nach einem bestimmten Schlüssel (fixer Sockelbetrag + Punktezahl) verteilt. So kamen die drei großen Vereine je nach sportlichem Erfolg auf TV-Rechteeinnahmen durch den Ligabetrieb von 70 bis 100 Millionen Lira pro Saison. Bei kleineren Klubs sind die fixen Sockelbeträge niedriger.

Liverechte so wertvoll wie nie

Doch das soll sich nun ändern. Wie in anderen Ländern haben Rechte an Live-Übertragungen in den vergangenen Jahren deutlich an Wert gewonnen. TV-Konzerne wappnen sich damit gegen die steigende Konkurrenz aus dem Internet. Denn dort wird inzwischen mehr Werbung geschaltet als im herkömmlichen Fernsehen. Fußballrechte sind heutzutage wohl der einzige Weg für eine Fernsehanstalt, Geld durch Abonnements zu verdienen und sich so unabhängiger von Werbung zu machen. Deutlich wird das bereits in den großen Ligen. Die Premier League erlöst mehr als 2 Milliarden Euro pro Jahr allein aus der Inlandsvermarktung. Die Bundesliga wird mit dem ab kommendem Jahr geltenden neuen TV-Vertrag die Schallmauer von einer Milliarde Euro durchbrechen. Und La Liga in Spanien bereitet sich derzeit auf die gemeinsame Vermarktung der Übertragungsrechte vor. Dank Zugpferden wie dem FC Barcelona und Real Madrid wird hier laut Medienberichten mit Einnahmen von mehr als 1,5 Milliarden pro Saison kalkuliert.

Vier Pakete im Angebot

So wertvoll sind die Rechte an der Süper Lig nicht. Dennoch ist die Türkei der aktuell sechstgrößte TV-Markt in Europa. Und auch hier konkurrieren die TV-Sender nicht nur untereinander, sondern auch mit den Angeboten im Web. Der TFF hatte zunächst durchblicken lassen, dass man nun auf Erlöse von mindestens 600 Millionen US-Dollar pro Saison hofft. Doch davon scheint man etwas abgerückt zu sein. So bietet man nun vier Pakete an, die mindestens 485 Millionen US-Dollar bringen sollen. Das wären umgerechnet rund 455 Millionen Euro und etwa 51% mehr als im aktuellen Vertrag. Auf die Vereine kommt also ein Geldregen zu. Sie haben es zumeist nötig! So sehen die vier vom TFF angebotenen Pakete aus (Graphik via @futbolverileri):

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BEIN Sports unter Zugzwang?

Die Pakete A bis C bringen 425 Millionen, 45 Millionen bzw. 15 Millionen US-Dollar ein. Sollte aber ein Anbieter wie bisher die kompletten Rechte haben wollen, so muss er für Paket D bieten, dass mindestens 495 Millionen US-Dollar kostet. Mit diesem Modus setzt der TFF vor allem BEIN Sports unter Druck. Der katarische TV-Riese hatte Digitürk im Frühjahr für kolportierte 1,3 Milliarden US-Dollar gekauft. Im Prinzip muss BEIN Sports für die kompletten Rechte bieten und sich dabei sicher sein, auch zum Zuge zu kommen. Denn ohne die Süper Lig-Rechte dürfte es unmöglich sein, genug Abonnenten für LigTV zu gewinnen. Ansonsten wäre der Kauf von Digitürk für die Katz gewesen. Darauf hofft wohl auch der Verband. Und so könnten die Kataris mit einem hohen Gebot dafür sorgen, dass deutlich mehr eingenommen werden als die Mindestforderung von 485 Millionen US-Dollar. Gerüchteweise heißt es, dass mindestens eine türkische TV-Gruppe ins Bieterrennen einsteigen will. Sollte da etwas dran sein, dürfte es sich wohl um die TV8-Gruppe handeln, die bereits die Länderspiele der türkischen Nationalmannschaft überträgt. Auch Eurosport wird als möglicher Bieter gehandelt. Der paneuropäische Sportsender betreibt neben seinem frei empfangbaren Programm auch ein Pay-TV-Angebot, dass aktuell beispielsweise die Bundesliga überträgt. Wer mitbieten will, muss übrigens bis Freitag (17 Uhr) 50.000 Lira auf einem TFF-Konto hinterlegen und sein verbindliches Angebot abgegeben haben. Schon nächste Woche könnten wir erfahren, wer ab der kommenden Saison die SüperLig live überträgt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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