Türkische Gemeinde erinnert an Brandanschlag von Mölln

In der Nacht auf den 23. November 1992 wurde auf zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Mölln ein Brandanschlag verübt. Drei Menschen starben, neun weitere wurden verletzt. Die Türkische Gemeinde erinnert an die Tragödie von damals, lobt aber gleichzeitig die gesellschaftliche Weiterentwicklung.

Gedenken an die Opfer von Mölln. (Foto: Flickr/ Candles by L.C. Nøttaasen CC BY 2.0)

Gedenken an die Opfer von Mölln. (Foto: Flickr/ Candles by L.C. Nøttaasen CC BY 2.0)

Die Türkische Gemeinde in Deutschland schreibt in einer Mitteilung:

Am 23. November 1992 starben die zehnjährige Yeliz Arslan, die 14-jährige Ayşe Yılmaz und die 51 Jahre alte Bahide Arslan durch einen Brandanschlag von zwei Neonazis. Neun weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Wenn der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig Holstein und stellvertretende Bundesvorsitzende, Dr. Cebel Kücükkaraca, heute an diesen Tag erinnert, möchte er zurück aber auch nach vorne schauen.

„Ganze 24 Jahre später muss man konstatieren, dass unser Land sich weiterentwickelt hat. Eine Willkommenskultur getragen von tausenden ehrenamtlichen Helfer*innen, wie wir sie im letzten Jahr erlebt haben, war in den Neunziger Jahren noch undenkbar. Eine breite bürgerliche Mehrheit trägt die Idee von Deutschland als einer pluralen Gesellschaft, wie sie sich in unserem Weltmeisterteam manifestiert, mit.“, stellt Dr. Kücükkaraca fest. Leider seien es die negativen Schlagzeilen, die die Medien beherrschen, geprägt von Hass, Rassismus und Sensationslust, als Wegbereiter für populistische Politik, bemerkt Dr. Kücükkaraca. Dabei beherrsche der Populismus unser Land gar nicht, leider scheine es aber als beherrsche er die Medien, so Kücükkaraca weiter.

„Im Geiste des Gedenkens an die Opfer von Mölln fordern wir die Medien in unserem Land heute auf, verantwortungsvoll zu berichten und keine Krisen herbeizuschreiben, die Angst und Rassismus schüren. Das Einwanderungsland in dem auch die Opfer von Mölln gerne gelebt hätten, braucht mehr Begeisterung, nicht nur bei Weltmeisterschaften.“ So das abschließende Statement von Hr. Dr. Kücükkaraca der am 23.11.2016 bei einer Gedenkveranstaltung als Redner an die Opfer erinnern wird.

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