Bundesregierung vermutet türkischen Geheimdienst hinter Osmanen Germania

Die Bundesregierung vermutet, dass der türkische Geheimdienst Einfluss auf die kriminelle Rockergruppe Osmanen Germania hat.

Die Rocker-Gruppe Osmanen Germania Boxclub (BC). (Screenshot)

Die Rocker-Gruppe Osmanen Germania Boxclub (BC). (Screenshot)

Nach einem Bericht des Spiegels soll der türkische Geheimdienst „Einfluss“ auf den rockerähnlichen Boxclub Osmanen Germania aus. Das Blatt beruft sich dabei auf Informationen aus deutschen Regierungskreisen. Als Anhaltspunkt für den Verdacht dient den Regierungskreisen die politische Ausrichtung der Osmanen Germania, die von Sicherheitsbehörden als türkisch-nationalistisch eingestuft wird. Die Anhänger der Osmanen Germania sollen auf Demonstrationen und im Internet gegen die Gülen-Bewegung und gegen  Kurdengruppen „agitieren“.

Ähnlich wie Motorradrocker haben auch die Osmanen ihre eigenen Gesetze und Aufnahmerituale. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie nach Erkenntnissen von Ermittlern unter anderem im Drogen- und Rotlichtmilieu, berichtet die dpa.

Anfang November hatte es in mehreren Bundesländern eine Großrazzia gegen die Osmanen Germania gegeben. Weil die Ermittlungen noch laufen, sind bisher erst wenige Einzelheiten bekannt. Zu den Geschäftsfeldern der Gruppe sollen Drogen- und Waffenhandel gehören. Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben von Hessens Landespolizeipräsident Schusswaffen sicher gestellt. Drei festgenommenen Männer wird nach Angaben des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon versuchter Mord vorgeworfen: Sie sollen Anfang August einen Handgranaten-Anschlag auf ein Shisha-Café in Saarbrücken begangen beziehungsweise in Auftrag gegeben haben. Vorangegangen waren Auseinandersetzungen zwischen den Osmanen und der PKK-nahen kurdischen rockerähnlichen Gruppe Bahoz.

Bisher ging das hessische Landeskriminalamt von etwa 70 bis 80 Osmanen in Hessen aus. Allerdings scheint es eine dynamische Entwicklung zu geben: Landespolizeipräsident Münch sagte am Mittwoch, mittlerweile werde die bundesweite Mitgliederzahl auf etwa 1500 geschätzt.

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