Österreich: Türkische Hacker legen Regierungs-Webseite lahm

Das österreichische Außenministerium soll Opfer eines Hackerangriffs aus der Türkei geworden sein und dessen Internetseite für mehrere Stunden ausgeschaltet haben.

Türkische Hacker behaupten, sie hätten die Internetseite des österreichischen Außenministeriums geknackt. (Foto: Flickr/ Computer Keyboard by Marcie Casas CC BY 2.0)

Türkische Hacker behaupten, sie hätten die Internetseite des österreichischen Außenministeriums geknackt. (Foto: Flickr/ Computer Keyboard by Marcie Casas CC BY 2.0)

Ein Hacker-Kollektiv aus der Türkei behauptet, die Webseite des österreichischen Außenministeriums lahmgelegt zu haben. Diese war am Freitagabend für einige Stunden nicht erreichbar.

Die Attacke am Freitag habe sich gegen den Server der Website gerichtet und von 18.30 Uhr bis 23.00 Uhr gedauert, so die Kleine Zeitung mit Verweis auf einen Sprecher von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP). Die Seite sei daraufhin rasch offline genommen worden. Das System des Hauses sei aber nicht betroffen gewesen. Einen Abfluss von Daten und damit Schaden habe es demnach nicht gegeben. Konkret habe es sich um eine so genannte DDOS-Attacke („Denial of Service“-Attacke) gehandelt. Dabei werden mehrere tausend Anfragen auf einen Server gleichzeitig geschickt, was zu einen Zusammenbruch des Systems führt. „Dem Vernehmen nach“ sei der Angriff aus der Türkei erfolgt, so der Sprecher. Unklar sei aber von wem genau die Attacke ausging.

„Die Gruppe Aslan Neferler Tim postete auf seiner Facebook-Seite Screenshots der nicht erreichbaren Webseite und übernahm die Verantwortung dafür“, berichtet die Internetseite heute.at. Begründet worden sei die Attacke demnach mit dem von Österreich beschlossenen Waffenembargo gegen die Türkei.

„Wir lassen uns nicht durch solche Angriffe einschüchtern. Österreich bleibt bei seiner Haltung zur Türkei“, sagte Außenminister Sebastian Kurz am Samstag. Er ist einer der schärfsten Kritiker der türkischen Regierung. Kurz begrüßte die Entscheidung des EU-Parlaments, die Beitrittsgespräche wegen der Massenfestnahmen in der Türkei vorübergehend einzufrieren.

Eine türkische Hackergruppe hatte sich zu einem Internetangriff auf den Wiener Flughafen im September bekannt. Das österreichische Innenministerium prüft zudem, ob ein ähnlicher Hackerangriff auf die Staatsbank ebenfalls von der Türkei aus gestartet wurde, so die dpa.

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