Neue Steuer: Autos in der Türkei werden teurer

Fahrzeuge, die beim Kauf über 11.000 Euro kosten, werden in der Türkei künftig mit einer besonderen Verbrauchssteuer belegt.

Für einige Autokunden in der Türkei wird es künftig teurer. (Foto: Flickr/Istanbul, Turkey by Jirka Matousek CC BY 2.0)

Für einige Autokunden in der Türkei wird es künftig teurer. (Foto: Flickr/Istanbul, Turkey by Jirka Matousek CC BY 2.0)

Die türkische Regierung erhöht die Steuern auf Autos der Mittelklasse und trifft damit die Importmarken. Fahrzeuge, die zwischen umgerechnet knapp 11.000 Euro (40.000 Lira) und etwa 19.000 Euro (70.000 Lira) kosten, verteuerten sich mit der Entscheidung um rund drei Prozent, sagte Finanzminister Naci Ağbal.

Eines der wichtigsten Merkmale der neuen Regelung sei der Umstieg auf ein Steuersystem mit einer abnehmenden Rate, zitiert die türkische Zeitung Sabah Ağbal. Wenn der Preis des Autos unterhalb bestimmter Bereiche liege, würden auch die Sätze fallen

Ağbal begründete den Schritt mit Steuergerechtigkeit und verwies auf entsprechende Forderungen aus der Autoindustrie, so Reuters. Die heimische Branche dürfte davon indirekt profitieren, weil sie vor allem günstigere Modelle herstellt, die nicht von der Anhebung der Sonderverbrauchssteuer betroffen sind. Das Nachsehen könnten dagegen deutsche Konkurrenten haben wie BMW, Mercedes, Volkswagen und die Tochter Audi.

Im Mittelpunkt der Änderung stehen importierte Autos aus der höheren Preisklasse mit vergleichsweise kleinen Motoren. Sie werden derzeit noch besteuert wie Modelle für den Massenmarkt, die in der Türkei von Herstellern wie Toyota und Renault sowie von Gemeinschaftsunternehmen von Ford, Ford Otosan, und Fiat, Tofas, gebaut werden.

Künftig sollen diese Fahrzeuge – also überwiegend Importautos – stärker besteuert werden. Finanzminister Agbal betonte, höhere Steuereinnahmen seien nicht das Ziel der Maßnahme. Er verspricht sich davon aber dennoch ein Plus von gut 820 Millionen Euro (drei Milliarden Lira) für den klammen Staatshaushalt.

Wie die Seite Automobil Produktion berichtet, drehte die türkische Regierung bereits 2014 an der Steuerschraube beim Neuwagenkauf. Sie schrieb Anfang 2014 hierzu:

„Bereits in der Vergangenheit langte die türkische Regierung beim Kauf von Neufahrzeugen ordentlich zu. Je nach Hubraum und Nutzung wurde – zusätzlich zur Mehrwertsteuer – ein Aufschlag auf den Neuwagenpreis um 40 bis 130 Prozent fällig. Nach dem scharfen Einbruch der türkischen Lira im Gefolge der andauernden politischen Unsicherheit im Land, hat die türkische Regierung die Steuer (…) rückwirkend zum 1. Januar auf 45 – 145 Prozent erhöht.“

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