Familienbeihilfe: Türken stürmen Finanzämter

Eine Online-Falschmeldung über zu wenig Familienbeihilfe hat für Chaos in österreichischen Finanzämtern gesorgt. Tausende Türken stürmten die Behörden.

Woher die Falschmeldung stammt ist unklar. (Foto: Flickr/ Masificación de Internet by Ministerio TIC Colombia CC BY 2.0)

Woher die Falschmeldung stammt ist unklar. (Foto: Flickr/ Masificación de Internet by Ministerio TIC Colombia CC BY 2.0)

Wie die Internetseite OE24.at berichtet, hätten Unbekannte in türkischen Sozialen Netzwerken behauptet, dass ihnen zu wenig Familienbeihilfe ausgezahlt worden sei. Die Falschmeldung habe in den türkischen Communities die Runde gemacht und schließlich zu einem Sturm auf zahlreiche Finanzämter geführt. Die Behörden bemühen sich nun um Aufklärung. Ein rechtliches Nachspiel hat die Sache aber nicht.

Der Grund: Als Stichtag für eine Neuberechnung und doch noch mehr Geld, wurde in der Falschmeldung der 28. November angegeben. Mit selbstgebastelten Formularen seien Tausende türkischstämmige Bürger darauf hin an die Mitarbeiter herangetreten.

„Die Behörden waren heillos überfordert, auch deshalb, da zu wenig Dolmetscher vorhanden waren um die Situation aufzuklären. In Wels berichten Augenzeugen, dass der Parkplatz der Behörde komplett ausgelastet war“, so die Zeitung. Mittlerweile versuche das Ministerium ihr Bestes um die Lage zu deeskalieren.

Seit Montagvormittag berichtige das Finanzministerium die Falschmeldung mittels Aushang in den Behörden und in den Sozialen Netzwerken. Auch auf der Webseite des Ministeriums sei eine Richtigstellung auf Deutsch und Türkisch veröffentlicht worden. Darüber hinaus würden die Mitarbeiter unzählige Emails beantworten, um die Sache aufzuklären.

„Woher die Meldung stammt, ist noch unklar“, so das ORF. „Verbreitet wurde sie jedenfalls von einem türkischstämmigen Wiener Gemeinderat auf Facebook.“ Binnen kurzer Zeit hätten 40.000 User zugegriffen. Der Gemeinderat bedaure, der Fehlmeldung aufgesessen zu sein. Er habe sie jedenfalls nicht geschrieben. „Im Finanzamt glaubt man eher an ein Missverständnis aufgrund einer Verwaltungsgerichtsentscheidung vor wenigen Tagen. Demnach können Arbeitslose, denen das Arbeitslosengeld erhöht wurde, zugleich jedoch dadurch die Familienbeihilfe gekürzt, sich die Differenz jetzt nachträglich auszahlen lassen.“

Dem ORF zufolge werde die Sache kein rechtliches Nachspiel haben. Polizei und Verfassungsschutz würden demnach keinen Grund für Ermittlungen sehen.

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