Gesundheit: Türken müssen Salz-Konsum drastisch reduzieren

Das türkische Gesundheitsministerium will mit einer neuen Verordnung aktiv auf den Salz-Konsum der Bevölkerung einwirken. Dieser liegt bislang deutlich über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

In der Türkei wird derzeit noch übermäßig viel Salz konsumiert. (Foto: Flickr/ Sea Salt And Pickling Spice by Steensberg CC BY 2.0)

In der Türkei wird derzeit noch übermäßig viel Salz konsumiert. (Foto: Flickr/ Sea Salt And Pickling Spice by Steensberg CC BY 2.0)

Die Türkei will in Sachen Salz-Konsum das Niveau von entwickelten Staaten erreichen. Wie die türkische Zeitung Sabah berichtet, versuche das türkische Gesundheitsministerium via Verordnung die Menge an Salz in Nahrungsmitteln zu reduzieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den täglichen Salzverbrauch pro Person auf fünf Gramm zu begrenzen. In der Türkei beträgt der tägliche Salzverbrauch pro Person allerdings bis zu zwölf Gramm.

Laut İrfan Şencan, Direktor im Gesundheitsministerium und zuständig für Gesundheitsfürsorge, sei das „Salz-Reduktion-Programm“ Teil der Initiative „Türkisches Diät- und Gesundheitsprogramm“.

Tatsächlich ist der Zeitung zufolge der tägliche Salzverbrauch in der Türkei dreimal so hoch wie der von der WHO empfohlene Salzverbrauch. Mit den bisherigen Initiativen zur Senkung des Salzverbrauchs sei es bereits gelungen, den Salzverbrauch pro Person von 15 Gramm auf zwölf Gramm zu senken.

„Die Menge an Salz in Lebensmitteln wird mit der neuen Verordnung gesenkt werden. Die Salzmenge einiger Produkte wird um 15 bis 20 Prozent reduziert“, sagt Şencan. Der tägliche Salzverbrauch pro Person sei schon um 20 Prozent gesunken. Man wolle diese Menge aber um weitere 20 Prozent reduzieren. „Wir senken den Salzgehalt in Lebensmitteln weiter, weil er noch hoch ist.“

„Übermäßiger Salzverbrauch wird als einer der Hauptgründe für Schlaganfälle gesehen. Der Konsum von Lebensmitteln mit hohem Salzgehalt ist eng verknüpft mit verschiedenen Krankheiten wie Magenkrebs, Osteoporose und Nierenerkrankungen“, schreibt die Zeitung. Die öffentliche Gesundheitseinrichtung habe das landesweite Programm zur schrittweisen Reduzierung des Salzverbrauchs initiiert, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und Krankheiten vorzubeugen. Übermäßiger Salzkonsum führe zu hohem Blutdruck, einer der Hauptgründe für Herzerkrankungen – die Ursache für eine hohe Zahl von Todesfällen in der Türkei.

Wie eine Untersuchung des statistischen Instituts der Türkei, TurkStat, bereits 2011 herausgefunden hat, ist eine ungesunde Lebensweise vieler Bürger eine wesentlicher Mortalitäts-Faktor innerhalb des Landes. Laut dem Bericht seien derzeit gut 40 Prozent aller Todesfälle in der Türkei auf Kreislauferkrankungen zurück zu führen. Derartige Krankheiten entstünden, so heißt es darin, vor allem auf Grund schlechter Lebensgewohnheiten. Dazu gehöre das Rauchen, zu wenig Bewegung und natürlich auch die Art der Ernährung.TurkStat zufolge zählen zu den drei häufigsten Todesursachen Kreislauferkrankungen mit 39,9 Prozent. Krebs und andere bösartige Tumore sind in 20,7 Prozent der Fälle verantwortlich. Bei 8,9 Prozent der Toten sind es Erkrankungen der Atemwege. Der Studie zu Grunde lagen 280.500 Todesfälle des Jahres 2009.

Bisherige Anstrengungen reichten Şencan zufolge nicht aus. „Die Verringerung des Salzgehalts in Oliven und Käse ist nicht genug.“ Die Reduzierung des Salzgehalts in verschiedenen Nahrungsmitteln werde schon in der nahen Zukunft erfolgen.

In Asien geht man derweil ganz andere Wege. Eine japanische Wissenschaftlerin hat eine Gabel entwickelt, die den Salzgeschmack mit elektrischen Impulsen nachahmt. Mittels eines Reglers kann die Intensität des Salzgeschmacks eingestellt werden.

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