Hamam-Tücher aus türkischer Kleinstadt erobern die Welt

Das so genannte „Pestemal“ erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das türkische Badetuch hat Fans auf der ganzen Welt. Allein Buldan exportiert mehrere Hunderttausend von ihnen pro Jahr.

Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil der türkischen Hamam-Kultur. Das so genannte „Pestemal“, ein traditionelles weiches Badetuch, ist mittlerweile häufiger in internationalen Strand- und Bade-Kollektionen anzutreffen. Die Folge: Die Exportraten steigen.

„In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach dem traditionellen Badetuch nicht nur in Europa und den USA, sondern auch in Australien, Neuseeland und Kanada gestiegen“, berichtet die türkische Zeitung Sabah. Dank ihrer schicken Designs und hochwertigen Gewebe seien Pestemals ein ideales und kompaktes Geschenk für Freunde zu Hause.

Eine große Menge dieser Badetücher wird im westlich-türkischen Provinz Denizli gefertigt. In der Kleinstadt Buldan gibt es 15 Unternehmen und rund 400 Werkstätten, die sich mit der Herstellung von Pestemals aus türkischer Baumwolle beschäftigen. „Jedes Jahr werden rund 400.000 Pestemale nur aus Buldan mit einem Umsatz von einer Million Euro exportiert“, berichtet die Zeitung. Die lokalen Produzenten hätten in den vergangenen Jahren kreative Tuch-Designs entwickelt und würden mit internationalen Marken zusammen arbeiten. Die so entstehenden Kollektionen werden umfassend vermarktet. Die Pestemals sollen sich für das Spa, für den Pool, beim Sport und sogar für Babys eignen.

Um ein gutes Gefühl auf der Haut zu garantieren, würden die Tücher während des Webens nicht erhitzt und auch keinen chemischen Prozessen unterzogen. Die Kunden würden gesunde und organische Stoffe bevorzugen. Einige Manufakturen würden sogar Bambus verwenden. Diese seien die leichtesten ihrer Art und besonders für Outdoor-Aktivitäten geeignet.

Der Zeitung zufolge, könnten die Pestemals zu einem echten Trend werden. Die Redaktion prognostiziert jedenfalls, dass man sie in der kommenden Sommersaison auch öfter anstelle von Strandtüchern sehen werde.

Die Vorteile des Tuches, das in den türkischen Bädern seit Jahrhunderten verwendet wird, liegt demnach auf der Hand. Pestemals seien „super saugfähig, leicht, trocknen sehr schnell und sind einfach zu falten und zu tragen“. Alle diese Qualitäten hätten die Pestemals aus gutem Grund bei Reisenden sehr beliebt gemacht.

Die Stadt Buldan in Denizli hat übrigens einen ganz besonderen Platz in der Weberei-Geschichte in Anatolien. Die Brautkleider der osmanischen Kaisertöchter und die Hemden der Sultane wie Osman II sollen in Buldan gewebt worden sein.

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