UNESCO: Herstellung von türkischem Fladenbrot ist jetzt Kulturerbe

Das Zubereiten und Teilen der türkisch-orientalischen Backwaren Lavash und Yufka gehört ab sofort in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“. Das Komitee für Immaterielles Kulturerbe nahm insgesamt 17 traditionelle Fertigkeiten und Wissensformen neu auf.

Zwei Frauen bei der Zubereitung von Lavash. (Foto: Flickr/ Lavash by Magdalena Hörmann-Prem CC BY 2.0)

Zwei Frauen bei der Zubereitung von Lavash. (Foto: Flickr/ Lavash by Magdalena Hörmann-Prem CC BY 2.0)

Seit vergangenen Mittwoch gehören das Zubereiten und Teilen von Lavash und Yufka zum Immateriellen Kulturerbe.

„Yufka ist ein hauchdünner Teig der für zahlreiche Gebäcke und Spezialitäten genutzt wird. Ohne den Yufka würde es weder das weltbekannten Baklawa noch die zahlreichen Böreks geben“, berichtet die türkische Zeitung Sabah. Der Lavash wiederum sei eine Art Fladenbrot, das in zahlreichen Gerichten genutzt werde. Besonders bei türkischen Kebabs seien sie nicht wegzudenken. Das trockene Lavash finde als ‚Hostie‘ in der armenischen Kirche Verwendung. Auch im Iran, Kasachstan und Aserbaidschan würde es des Öfteren serviert.

Der türkischen Zeitung Hürriyet zufolge gehöre die Türkei damit nun zu den Top Ten Staaten mit den meisten Positionen auf dieser Liste. Während des Treffens in Addis Abeba seien im Namen der Türkei eine nationale und zwei multinationale Akten vorgelegt worden. Die „Kultur des Zubereitens und des Teilens von Fladenbrot: Lavash, Katyrma, Jupka oder Yufka“ wurde als multi-nationale Akte bei der Sitzung vorgestellt. Die Entscheidung wurde einstimmig getroffen, nachdem sich Aserbaidschan, die Türkei, Iran, Kasachstan und Kirgisistan gemeinsam an die UNESCO wandten. Die Kultur des Zubereitens und des Teilens von Fladenbrot habe Sozialfunktionen, die es ermöglicht hätten, als eine weit verbreitete Tradition zu bestehen, so die UNESCO.

Das Zubereiten des Brotes umfasse mindestens drei Personen, oft Familienmitglieder. Jeder habe dabei eine bestimmte Rolle. In ländlichen Gebieten beteiligten sich auch Nachbarn am Prozess. Auch traditionelle Bäckereien machten das Brot. Gebacken werde es in einem „Tandır“ (ein Erde- oder Stein-Backofen im Boden), „Sac“ (eine Metallplatte) oder „Kazan“ (ein Kessel).

Aufgenommen wurde daneben die Herstellung von Çini-Porzellan. Das sind traditionelle, handgefertigte glasierte Fliesen und Keramik. In der Türkei sind sie mit bunten Motiven auf Gebäudefassaden und zu Hause zu finden.

Darüber hinaus ist nun auch das Neujahrsfest Newruz, welches am 20. oder 21. März im Nahen Osten gefeiert wird, Bestandteil der Liste. Ebenso wie die auf der Einheit von Körper und Seele basierende Yoga-Tradition.

Auch aus Deutschland haben es zwei Ideen auf die globale Liste der schützenswerten Traditionen geschafft. Wie die Tagesschau berichtet, sind das die Genossenschaftsidee und die Falknerei mit ihrer 3500 Jahre alten Tradition.

Der zwischenstaatliche Ausschuss der UN-Kulturorganisation tagt noch bis zum Freitag im äthiopischen Addis Abeba. Zu den Kandidaturen zählen Feste, Tänze, Gesänge, Handwerkstechniken oder Essenstraditionen. Das Gremium entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die Liste des Immateriellen Kulturerbes.

Die Unesco-Liste gibt es seit acht Jahren, inzwischen sind darauf mehr als 300 Praktiken eingetragen – vom argentinischen Tango bis zu einer Pfeifsprache von der Kanareninseln La Gomera. Sie sollen einen Überblick über die Vielfalt des immateriellen Kulturerbes geben. Mit dem Titel sind nach früheren Angaben der deutschen Unesco-Kommission keine finanziellen Förderungen verbunden. Es gehe vielmehr um eine erhöhte Sichtbarkeit, so die dpa.

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