Türkischer Spionagesatellit startet am Montag ins All

Am 5. Dezember startet ein Spionagesatellit des türkischen Verteidigungsministeriums ins Weltall. Die Fotos von Göktürk-1 sind deutlich schärfer, als die seines Vorgängers.

Das rund 300 Millionen teure türkische Prestigeobjekt Göktürk-1 macht sich am kommenden Montag auf den Weg in den Weltraum. Los geht es der türkischen Zeitung Milliyet zufolge von Französisch-Guayana aus.

Der neue Aufklärungs- und Beobachtungssatellit solle die türkischen Streitkräfte bei der Terrorismus-Bekämpfung unterstützen. Göktürk-1 liefert hierzu deutlich schärfere Bilder, als der 2012 ins All geschossene Göktürk-2. Der Zeitung zufolge waren Gegenstände bislang erst ab einer Größe von 2,50 Meter erkennbar. Jetzt könnten Gegenstände unter einem Meter ausgemacht werden. Die Lebensdauer des Satelliten wird mit gut sieben Jahren prognostiziert. Geliefert werden sollen bis dahin 358 Bilder pro Tag.

Wie die Zeitung Welt berichtet, solle Göktürk-1 die gesamte Erde umkreisen und aus 700 Kilometer Höhe hochauflösende Fotos machen. Aus Vorsicht, die Rakete könne versagen, hätten die Türken überdies schon jetzt Teile für einen Ersatzsatelliten vorbestellt. Dieser könnte dann rasch binnen zwei Jahren fertig sein.

„Das rund 300 Millionen Euro teure Prestigeprojekt der Türkei verlief seit dem Startschuss im Jahr 2009 keineswegs reibungslos“, schreibt die Zeitung. „Aus Jerusalem soll der italienisch-französische Satellitenlieferant den Wunsch erhalten haben, Göktürk-1 sollte bitte keine Bilder vom Gebiet Israels machen können. Wie es heißt, wurde dies abgelehnt.“ Dann habe die Türkei eine engere Einbindung eigener Firmen bei der Produktion des Satelliten gefordert und eigene Testanlagen im Inland errichtet. Dies habe zu großen Verzögerungen geführt.

Die Türkei plant bis zum Jahr 2020 16 Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen, so die türkische Zeitung Hürriyet. Das Volumen beläuft sich auf rund zwei Milliarden US-Dollar.

Türkische Pläne für die Erkundung des Weltalls gibt es bereits seit gut 15 Jahren. Schon 2001 verkündete die Regierung, schon „bald“ eine nationale Raumfahrtbehörde ins Leben zu rufen. Doch erst am 1. Oktober 2014, ganze 13 Jahre später, erklärte ein Kabinettsmitglied, dass der Gesetzesentwurf für die TSA kurz vor der Fertigstellung sei (mehr hier).

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