Türkische Autobranche mit Rekord-Exporten

Die türkischen Automobil-Exporte haben im November den höchsten monatlichen Stand seit 2008 erreicht. Deutlichen Zuwachs gab es in den Hauptausfuhrmärkten Deutschland, Italien und Frankreich.

Wie die türkische Zeitung Sabah berichtet, stiegen die Automobil-Exporte im November um 16,9 Prozent auf ein Volumen von 2,2 Milliarden Dollar. Das sei das höchste Monatsniveau seit 2008 und ein erneuerter Rekord im Vergleich zum Vormonat.

Nach Angaben der Vereinigung der Exporteure in der Autoindustrie (OİB) hätten die Ausfuhren in drei der größten Märkte, darunter auch Deutschland, Italien und Frankreich, einen zweistelligen Zuwachs auf bis zu 65 Prozent erfahren.

Der erneute Anstieg sei zum einen einer deutlichen Erhöhung der Automobil-Exporte um 51 Prozent sowie einem Zuwachs bei den Minibus-Exporten um elf Prozentgeschuldet. Die Automobilexporte nach Frankreich stiegen um 199 Prozent, gefolgt von Italien mit 118 Prozent, Deutschland mit 88 Prozent und Polen mit 44 Prozent. Ebenfalls einen deutlichen Anstieg der Exporte verzeichnete Slowenien mit 179 Prozent.

Der Gesamtanstieg der Automobil-Exporte in die EU-Länder betrug 22 Prozent und erreichte 1,786 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anteil von 79 Prozent an den Gesamtexporten. Die Exporte in die amerikanischen Länder stiegen um 27 Prozent, während die Exporte in den Nahen Osten um 16 Prozent sanken.

Die Automobil-Exporte stiegen in den vergangenen elf Monaten um 11,5 Prozent auf 21,530 Milliarden. US-Dollar.

Dem OİBVorsitzenden Orhan Sabuncu zufolge peile die Branche für das Jahr 2016 eine Gesamtausfuhr von 23 Milliarden US-Dollar an. Das sei der zweithöchste jährliche Exportwert nach den Exporten von 2008 im Wert von 24,7 Milliarden US-Dollar.

Umgekehrt ist auch die Türkei für die Autohersteller seit Jahren ein wichtiger Wachstumsmarkt, so die dpa. Mit steigendem Wohlstand konnten sich immer mehr Türken den Traum vom eigenen Auto erfüllen. So hat sich seit 2007 der türkische Automarkt mehr als verdoppelt. Noch im vergangenen Jahr legte die Zahl der Neuwagen um 24 Prozent auf mehr als 725 000 Stück zu.

Eine bedeutende Rolle spielen die deutschen Autoschmieden: Der Anteil von Fahrzeugen deutscher Konzernmarken betrug laut VDA zuletzt knapp 45 Prozent. Autos, Motoren oder Fahrzeugteile mit einem Wert von rund sieben Milliarden Euro wurden 2015 in die Türkei exportiert.

Auch für den deutschen Maschinenbau ist das Land nach VDMA-Angaben ein „interessanter Markt“, in den nahezu die gesamte Bandbreite an Technologien geliefert werde. 2015 wurden Maschinen mit einem Wert von 3,8 Milliarden Euro exportiert. Dies entspricht einem Zuwachs von 8,5 Prozent. Zudem erfülle die Türkei mit ihrer geografischen Lage eine „wichtige Drehscheibenfunktion in die Nachbarländer“.

Im gesamten deutschen Außenhandel spielt die Türkei in den Top 20: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts rangierte das Land im vergangenen Jahr auf Rang 14 der größten Abnehmer deutscher Waren (22,4 Milliarden Euro). Damit lag die Türkei noch vor Russland, Japan oder Südkorea. Rund 60 Prozent aller deutschen Exporte entfielen auf den Maschinenbau sowie auf die Automobil- und die Chemiebranche. Allein in diesen drei Wirtschaftsbereichen wurden Waren mit einem Volumen von insgesamt 14 Milliarden Euro in die Türkei exportiert.

 

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