Traumberuf für Türken in Deutschland: Beamter im Staatsdienst

Der Staatsdienst ist bei türkischstämmigen Zuwanderern besonders beliebt. Ein Drittel von ihnen (32 Prozent) zieht eine Arbeit für die Bundesrepublik aktuell in Erwägung, wie aus einer am Freitag von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Berlin vorgestellten Untersuchung zum Thema Integration hervorgeht.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) kommt in Berlin zur Sitzung des Bundeskabinetts. (Foto: dpa)

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) kommt in Berlin zur Sitzung des Bundeskabinetts. (Foto: dpa)

Unter sämtlichen Deutschen mit Migrationshintergrund tun das nur 18 Prozent, unter den Deutschen ohne Migrationshintergrund sogar nur zehn Prozent.

Deutsche mit Einwanderungsgeschichte und Ausländer ohne deutsche Staatsangehörigkeit fühlen sich demnach in Deutschland außerdem grundsätzlich ebenso wohl wie Deutsche ohne Migrationshintergrund. Während Deutsche mit Migrationshintergrund zu 96 Prozent „alles in allem“ gern in Deutschland leben, tun Deutsche ohne Migrationshintergrund dies laut KAS zu 97 Prozent und in der Bundesrepublik lebende Ausländer zu 95 Prozent.

Kaum Unterschiede existieren auch bei der Bewertung der Demokratie in Deutschland. In allen drei Gruppen sind um die 90 Prozent nach eigenen Angaben mit dieser zufrieden.

Der Anteil der Deutschen mit Zuwanderungsgeschichte sowie der Ausländer, die mit der Demokratie „sehr zufrieden“ sind, ist sogar signifikant höher als die der Deutschen ohne Migrationshintergrund. Während es bei diesen nur 22 Prozent sind, sind es bei den Deutschen mit Migrationsgeschichte 28 Prozent und bei den Ausländern sogar 38 Prozent.

Autorin Sabine Pokorny wertete die Ergebnisse der Untersuchung als Hinweise auf eine „recht gut ausgeprägte identifikative Integration“ mit Deutschland. „Integration findet statt, sie dauert nur eben eine Weile“, lautete eine ihrer Schlussfolgerungen.

Allgemein sei zu beobachten, dass sich Zuwanderer um so besser integrierten, je länger sie hier lebten, erklärte die KAS-Sozialexpertin. Die „emotionale Verbundenheit“ mit dem Heimatland sinke, während die Identifikation mit Deutschland steige. Es solle von Migranten aber nicht verlangt werden, ihre „Herkunftsidentität“ völlig aufzugeben.

Aus der KAS-Untersuchung ergaben sich zugleich auch Hinweise, dass sich ein Teil der in Deutschland lebenden Muslime vor allem auch über Religionszugehörigkeit definiert. Demnach fühlten sich im Gesamtschnitt 56 Prozent von ihnen durch die Mohammed-Karikaturen in ihrem Glauben beleidigt. Der Effekt war aber um so stärker, je religiöser ein Mensch ist. Unter weniger religiösen Menschen waren es nur 25 Prozent, unter stark religiösen Menschen betrug die Quote 68 Prozent.

Muslimische und türkischstämmige Zuwanderer fühlen sich außerdem deutlich häufiger respektlos behandelt als etwa polnisch- oder russischstämmige Zuwanderer oder Deutsche ohne Migrationshintergrund. 17 Prozent der Muslime und 18 Prozent der türkischstämmigen Menschen gaben bei der Befragung für die Analyse an, dass sie selten mit Respekt behandelt würden. Unter russischstämmigen Zuwanderern sind es nur fünf Prozent, unter Deutschen ohne Migrationshintergrund auch.

Die Untersuchung der CDU-nahen Stiftung basiert auf einer repräsentativen Befragung, die bereits vor etwa eineinhalb Jahren im Frühjahr 2015 erfolgte. Die Einstellungen von Flüchtlingen, die danach nach Deutschland kamen, spiegeln sich darin nicht wider.

Etwa jeder fünfte Mensch in Deutschland (21 Prozent) hat amtlichen Statistiken zufolge eine Zuwanderungsgeschichte, das sind 17,1 Millionen Bürger. Davon stellen Menschen mit Wurzeln in der Türkei (16,7 Prozent), in Polen (9,9 Prozent) und in Russland (sieben Prozent) die größten Gruppen. Etwas mehr als die Hälfte sind deutsche Staatsbürger.

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