IS reklamiert Terrorangriff in Silversternacht in Istanbul für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erklärt, hinter dem verheerenden Angriff auf eine Silvesterfeier in einem Nachtclub in der türkischen Millionenmetropole Istanbul zu stehen.

Rettungskräfte und Sicherungskräfte sind nach einem Angriff auf einen der größten Nachtclubs im Zentrum Istanbuls am 01.01.2017 in Istanbul (Türkei) im Einsatz. (Foto: dpa)

Rettungskräfte und Sicherungskräfte sind nach einem Angriff auf einen der größten Nachtclubs im Zentrum Istanbuls am 01.01.2017 in Istanbul (Türkei) im Einsatz. (Foto: dpa)

Ein „Soldat des Kalifats“ sei für die Tat verantwortlich, heißt es in einer am Montag im Internet verbreiteten Erklärung des IS. Deren Anführer hatte zuvor bereits zu Anschlägen in der Türkei aufgerufen. Nun erklärt der IS: Wir waren es.

Die Echtheit des Bekennerschreibens ließ sich zunächst nicht überprüfen. Bei dem Terrorangriff auf eine Silvesterfeier in dem bekannten Club Reina waren 39 Menschen getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer.

Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, 69 Menschen seien zudem verletzt worden, auch unter ihnen seien mehrere Ausländer.

Auch Deutsche befinden sich unter den Opfern: Zwei aus Deutschland stammende Menschen wurden getötet und drei weitere verletzt. Einer der beiden Toten habe die deutsche und türkische Staatsangehörigkeit, der andere nur die türkische, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Montag in Berlin. Beide lebten in Bayern. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord handelt es sich bei einem der Toten um einen 26 Jahre alten Deutsch-Türken

Mindestens ein bewaffneter Angreifer war kurz nach Anbruch des neuen Jahres in den exklusiven Club am Bosporusufer eingedrungen und hatte wahllos das Feuer auf Hunderte Feiernde eröffnet. Die Tatsache, dass der Angriff einem mondänen Club galt, in dem auch Ausländer verkehren, hatten Beobachter in der Türkei als Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund gewertet.

Nach dem türkischen Einmarsch im August in Syrien hatte der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, im November zu Anschlägen in der Türkei aufgerufen. Türkische Truppen liefern sich in der nordsyrischen Region um die Stadt Al-Bab seit einiger Zeit heftige und verlustreiche Gefechte mit IS-Kämpfern. Der IS beherrscht Al-Bab.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte nach dem Anschlag in der Silversternacht an, weiter entschlossen gegen den Terrorismus zu kämpfen. Die Türkei werde alles tun, um „die Sicherheit und den Frieden ihrer Bürger zu gewährleisten“. International wurde die Bluttat scharf verurteilt. Bereits 2016 hatte die Türkei eine ganze Reihe verheerender Anschläge erlebt.

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