Analyst: Attentäter von Istanbul dürfte Profi-Killer gewesen sein

Türkische Sicherheitsanalysten vermuten einen Profi-Killer hinter dem Anschlag auf das Reina in Istanbul. Über die Hintermänner herrscht Unklarheit.

Menschen versammeln sich während der Beerdigung um den in eine Fahne gehüllten Sarg eines der Opfer des Anschlags auf einen Istanbuler Nachtclub, am 02.01.2017 in Istanbul. (Foto: dpa)

Menschen versammeln sich während der Beerdigung um den in eine Fahne gehüllten Sarg eines der Opfer des Anschlags auf einen Istanbuler Nachtclub, am 02.01.2017 in Istanbul. (Foto: dpa)

Der türkische Sicherheitsanalyst Abdullah Ağar geht davon aus, dass es sich bei dem Täter des Club-Anschlags in Istanbul um einen professionellen Killer handelte. Das gehe aus den Videoauswertungen hervor.

Die Zeitung Milat Gazetesi zitiert den Sicherheitsanalysten:

„Der Terrorist war bei der Betätigung der Waffe über seiner Hüfte sehr schnell und beim Abschuss der Kugeln sehr zielgerichtet. Um eine Waffe so gut betätigen zu können, muss er zuvor mehrere Tausende Kugeln abgeschossen haben. Wir gehen davon aus, dass er vor dem Anschlag an Gefechten teilgenommen haben muss. Beim Abschuss auf unschuldige Menschen hat er keinerlei Skrupel. Es handelt sich um einen eingefleischten Killer, der direkt auf die Körper seiner Opfer geschossen hat. Es handelt sich um eine Person, die in Wohngebieten oder auf kurze Entfernung sehr erfahren schießen kann. Den Bildern zufolge wurde der Killer offenbar n seiner rechten Körperseite zuvor durch Kugeln verletzt. Sein Bewegungsablauf ist nicht symmetrisch. Er befand sich lediglich über fünfeinhalb Minuten im Club und hat in diesem Zeitraum sechs Magazine verbraucht. Es wurden 180 Kugeln abgefeuert. Der Angreifer war entschlossen, praktisch veranlagt, kaltblütig und professionell. Er war imstande den Tatort kontrolliert und schnell zu verlassen.“

Die türkischen Sicherheitsbehörden haben am frühen Montagnachmittag ein Foto von dem Killer veröffentlicht, auf dem seine Gesichtskonturen zu sehen sind. Der Killer hat aus phänotypischer Sicht asiatische Züge. Sondakika.com berichtet, dass es sich bei dem Täter um eine Person aus Zentralasien handeln könnte.

Die US-Website Siteintelgroup gibt an, dass der IS die Verantwortung übernommen habe. Es ist jedoch völlig unklar, wer hinter dieser Seite steckt. Die Betreiber der Website haben sich auf Terror-News spezialisiert und dürften gute Kontakte zu Geheimdiensten haben. Es ist eher ungewöhnlich, dass der IS seine Botschaften über eine US-Website lanciert.

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