Türkei: Top-General verweigert Aussage vor Putsch-Kommission

Necdet Özel, Ex-Generalstabschef der türkischen Armee, verweigert die Aussage vor der Putsch-Kommission. Ein regierungskritischer Militärstaatsanwalt wirft ihm vor, gezielt Anhänger der Gülen-Bewegung platziert zu haben. Özel sagt: „Es tut mir leid.“

Der ehemalige türkische Generalstabschef Necdet Özel. (Screenshot)

Der ehemalige türkische Generalstabschef Necdet Özel. (Screenshot)

Der ehemalige türkische Generalstabschef Necdet Özel weigert sich, vor der parlamentarischen Untersuchungskommission zum Putsch vom 15. Juli auszusagen. Stattdessen hat er sich dazu bereit erklärt, die Fragen schriftlich zu beantworten. Özel war während seiner Amtszeit als Generalstabschef und Kommandeur der Militärpolizei einer der wichtigsten türkischen Nato-Generäle. Der regierungskritische, türkische Militärstaatsanwalt Ahmet Zeki Ücok übt scharfe Kritik an Özel, den er als zwielichtige Gestalt einstuft.

„70 Prozent der Generäle, die am Putsch vom 15. Juli teilgenommen hatten, wurden von Necdet Özel während seiner Amtszeit als Generalstabschef befördert“, zitiert die Zeitung Vatan Ücok. Özel selbst hatte es während seiner Amtszeit unterlassen, die gängigen Personalprüfungen zu unternehmen, die zuvor zur Selektion von Anhängern der Gülen-Bewegung und Islamisten führten. Aufgrund dieser Personalpolitik konnte sich die Gülen-Bewegung nach Angaben von Ücok ausbreiten. Die Zeitung Hürriyet berichtet, dass mehrere Generäle Özel davor gewarnt hatten, dass „die CIA die Gülen-Anhänger gezielt im Militärapparat platziert“. Deshalb müsse etwas unternommen werden. Özel selbst soll als Generalstabschef im Gespräch mit General Bilgin Balanli gesagt haben, dass er den Verdacht ohne Zweifel teile. Trotzdem habe Özel nach Angaben des Militärstaatsanwalts Ücok die Platzierung von Gülen-Anhängern nicht nur zugelassen, sondern direkt gefördert. Dieselben Soldaten, die Özel im Apparat platziert hatte, sollten später den Putsch gegen die türkische Regierung organisieren. Die Aussagen von Ücok sind deshalb besonders interessant, weil der Militärstaatsanwalt als Erdogan-Gegner gilt.

Özel selbst akzeptiert die Anschuldigungen, doch er lehnt einen Vorsatz ab. „Ich möchte mich beim hohen türkischen Volk für diesen Fehler entschuldigen. Es tut mir leid“, zitiert die Zeitung Sabah Özel.

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