Türkische Lira mit neuem Rekord-Tief zum Dollar

Die Türkische Lira erreichte am Donnerstag zum Dollar ein erneutes Rekordtief. Ein Dollar kostete am Donnerstag in der Spitze 3,61 Türkische Lira.

Der türkische Staatspräsident Erdogan fordert eine Leitzinssenkung. (Foto: dpa)

Der türkische Staatspräsident Erdogan fordert eine Leitzinssenkung. (Foto: dpa)

Die Bereitschaft der US-Notenbank zu rascheren Zinserhöhungen hat dazu geführt, dass der Dollar gegenüber der Türkischen Lira erneut an Wert dazu gewonnen hat. Am Donnerstagmorgen kostete ein Dollar 3,55 Türkische Lira und stieg auf 3,64 Türkische Lira. Um die Mittagszeit kostete ein Dollar in der Spitze 3,61 Türkische Lira, berichtet Bloomberg.

Wie aus den Protokollen der Fed-Sitzung vom Dezember hervorgeht, halten die Notenbanker wegen der geplanten Milliarden-Investitionen des künftigen Präsidenten Donald Trump ein schnelleres Wirtschaftswachstum und eine deutlich anziehende Inflation für möglich. Sie könnten daher gezwungen sein, den Leitzins 2017 rascher anzuheben als die bislang signalisierten drei Mal, so Reuters.

Sollte der Leitzins tatsächlich angehoben werden, würde dies aufgrund der wachsenden Dollar-Stärke gegenüber den Währungen der Schwellenländer, was auch die Türkei umfasst, zum Abfluss von ausländischen Kapital aus den Schwellenländern führen.

Doch die Türkei und die restlichen Schwellenländer sind angewiesen auf den Kapitalzufluss, da sie dadurch ihre Handelsbilanzdefizite finanzieren. Trotz der anhaltenden Talfahrt der Landeswährung Lira hat die türkische Notenbank bisher auf eine Zinserhöhung verzichtet, um Kapitalabflüsse zu stoppen. Die Lira hat im vergangenen Jahr zum Dollar 17 Prozent abgewertet, berichtet die AFP.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan fordert hingegen von der Notenbank, den Leitzins abzusenken, um die Wirtschaft durch eine expansive Geldpolitik zu stützen.

Die London Capital Group (LCG) erwartet im ersten Quartal des aktuellen Jahres eine Erholung der Türkischen Lira. „Die Aufhebung des Ausnahmezustands, ein genaues Datum für das Präsidentschaftsreferendum und die Maßnahmen der türkischen Notenbank, könnten dazu führen, dass sich die Türkische Lira erholt“, zitiert die Borsakredi die LCG-Marktanalysten İpek Özkardeşkaya.

Christian Maggio von TD Securities sagt: „Im ersten Quartal 2017 erwarten wir einen Rückgang auf etwa 3,35 Dollar. Sollte der Ausnahmezustand aufgehoben werden, würde sich das zusätzlich positiv auswirken.“

William Jackson von Capital Economics sagt: „Der Währungsverfall bei der Türkischen Lira fand in Erwartung einer strafferen Geldpolitik der US-Notenbank statt. Doch die allmähliche Erholung der Türkischen Lira ist darauf zurückzuführen, dass die Politik klare Signale gesetzt hat, um dieser Entwicklung zu trotzen.“

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