Türkische Notenbank interveniert, um Lira zu stützen

Die türkische Lira fällt immer weiter auf neue Rekordtiefs. Zuletzt griff die türkische Notenbank am Devisenmarkt ein, um das Angebot an Dollar zu erhöhen. Doch auf Dauer wird sie nicht um Zinserhöhungen herumkommen.

Nach Einschätzung von Experten gleicht die Maßnahme der Notenbank einem kurzfristigen Aufscheuchen. (Foto: dpa)

Nach Einschätzung von Experten gleicht die Maßnahme der Notenbank einem kurzfristigen Aufscheuchen. (Foto: dpa)

Die türkische Zentralbank versucht den Verfall der Lira zu bremsen, berichtet die AFP. Die Notenbank in Ankara teilte am Dienstag mit, sie habe die Bestimmungen für die Banken zur Höhe der ausländischen Währungsreserven gelockert. Damit werde dem Finanzsystem rund 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich zur Verfügung stehen.

Die Lira gewann nach der Ankündigung umgehend an Wert und stand am Nachmittag bei 3,75 Lira zum Dollar, nachdem sie am Morgen erneut zwei Prozent ihres Werts verloren hatte. Die Zentralbank kündigte an, dass „weitere Schritte getroffen werden können, um die Preisstabilität und finanzielle Stabilität zu bewahren“. Am Mittwochmorgen sackte die türkische Lira jedoch erneut um über 2,5 Prozent ab, berichtet die dpa. Ein Dollar kostete bis zu 3,8951 Lira. Auch zum Euro ist die Lira so schwach wie nie zuvor. Inzwischen müssen Händler für einen Euro über 4 Lira hinblättern.

Die türkische Notenbank scheint machtlos. Zwar habe sie zuletzt am Devisenmarkt eingegriffen, um das Angebot an Dollar zu erhöhen, kommentiert Tatha Ghose, Experte bei der Commerzbank. Dies sei aber weder das richtige Mittel noch reiche es aus. Auf die Dauer werde die Notenbank um Zinserhöhungen nicht herum kommen. „Gegenwärtig müssen wir bis zur nächsten Zentralbanktagung in diesem Monat warten – es sei denn, die Dinge geraten weiter außer Kontrolle.“

Die türkische Lira hat in den vergangenen drei Monaten 20 Prozent gegenüber dem Dollar verloren. Neben externen Faktoren wirkten sich die politische Instabilität und die wiederholten Anschläge in der Türkei negativ auf den Währungskurs aus. Die US-Ratingagentur Moody’s warnte jüngst, dass die Anschläge das Wachstum und die Profite der Banken belasten könnten, woraufhin die Lira auf ein neues Rekordtief fiel. Am Montag wurde sie zu 3,73 Lira zum Dollar gehandelt.

Bereits Anfang Januar war die Währung deutlich gefallen, nachdem bekannt gegeben worden war, dass die Inflation im Dezember deutlich höher lag als erwartet. Die Zentralbank war erstmals im November gegen den Verfall der Lira eingeschritten und hatte zum ersten Mal seit 2014 den Leitzins angehoben.

 

 

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