Berlinale 2017: „The Dinner“ polarisiert im Wettbewerb

Mit "The Dinner" stand ein kompliziertes Familien-Beziehungsdrama im Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2017. Der Streifen um Richard Gere spaltet das Publikum.

Richard Gere mit seiner Kollegin Laura Linney. (Foto: Kamuran Egri)

Richard Gere mit seiner Kollegin Laura Linney. (Foto: Kamuran Egri)

Filminhalt:

Stan (Richard Gere) ist ein bekannter Politiker. Doch sein Bruder Paul (Steve Coogan) hat keine Lust auf das Dinner mit seinem Bruder und seiner Schwägerin Barbara (Chloë Sevigny). Seine Frau Claeire (Laura Linney) besteht allerdings darauf, sie zu begleiten.

In dem angesagten Restaurant kommen zwischen den exquisiten Speisen dunkle Familiengeheimnisse auf den Tisch. Die Söhne der beiden Paare sind, bislang unentdeckt, für ein schreckliches Verbrechen verantwortlich. Ihre Eltern müssen nun entscheiden, wie sie mit der Situation umgehen. Es kommt zum Streit, denn eine öffentliche Enthüllung würde das Leben für jeden Einzelnen von ihnen für immer verändern.

Auf der Pressekonferenz erschien der Regisseur Oren Moverman und brachte Richard Gere, Steve Coogan und Laura Linney mit.

Der Filmemacher Owen über den Titel des Films: „Wir haben lange über den Titel nachgedacht und haben uns entschlossen, den  Film ‚The Dinner‘ zu nennen, weil es in dem Buch so heißt und es geht auch um Abendessen. Der Titel eines Films ist natürlich immer irgendwie der Film. Hier geht es immer um verschiedene Menüpunkte rund um ein Abendessen herum. Aber das ist nicht das Einzige.“

Richard Gere erzählte: „Oren und ich sind gute Freunde. Ich weiß es gar nicht, wie es dazu kommen konnte, aber offensichtlich vertrauen wir uns gegenseitig. Und das ist der Ausgangspunkt für mich, für meiner Arbeit. Ich brauche erst mal Vertrauen, ohne Vertrauen kann ich dann nicht kreativ sein. Laura und ich, das ist schon der dritte Film, den wir gemeinsam gemacht haben und wir sind gute Freunde, aber das Vertrauen muss da sein, sonst funktioniert nichts. Ich bin sehr dankbar dafür, dass Oren und ich in dem letzten Teil meines Lebens zusammen gekommen sind.“

Neben der Kunst kamen während des Gesprächs auch politische Themen auf den Tisch.

„Es gibt so viele Verbrechen in den Vereinigten Staaten, die auf Hass beruhen und diese Zahlen sind mit der Wahl-Kampagne von Donald Trump wahnsinnig in die Höhe geschossen. Wir haben leider politische Führer, die Angst schüren. Angst verleitet uns dazu Furchtbares zu tun und darum geht es auch in diesem Film. Das Schlimmste was Trump gemacht hat, er hat zwei Wörter genommen und ein Wort daraus gemacht. Für ihn ist das, dasselbe Flüchtling und Terrorist und für viele Menschen in den Vereinigten Staaten ist es jetzt ebenfalls genau dasselbe. Ein Flüchtling war in der Vergangenheit jemand, um den man sich gekümmert hat, dem man helfen wollte und Asyl gewähren wollte. Jetzt haben wir vor den Flüchtlingen Angst und das ist das größte Verbrechen,“ so Richard Gere.

Die Medien waren verschiedener Meinung über „The Dinner“ im Wettbewerb. Der Film hat scheinbar wenige Chancen auf den Bären.

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