Berlinale 2017: „Final Portrait“ erzählt vom Mut zur Zerstörung

Außer Konkurrenz und dennoch ergreifend. Das diesjährige Berlinale-Publikum kam in den Genuss eines Portraits des bekannten Schauspielers und Regisseurs Stanley Tucci. Ein Liebhaber-Werk für alle Künstler und Kunstliebhaber.

Armie Hammer, Stanley Tucci und Clémence Poésy. (Foto: Kamuran Egri)

Armie Hammer, Stanley Tucci und Clémence Poésy. (Foto: Kamuran Egri)

Filminhalt:

Ein Film-Portrait aus der Sicht eines Künstlers. Paris im Jahre 1964. Alberto Giacometti (Geoffrey Rush) bestimmt ganz genau, wann in seinem Atelier gearbeitet, gelacht, getrunken, geflirtet und zerstört wird. Er ist ein eigensinniger Künstler, Rekorderlöse erzielen seine Werke aus dem Markt. Er traut keiner Bank, sondern versteckt sein Geld im Atelier. Mit Ehefrau Annette (Sylvie Testud) gibt es nicht nur deshalb öfter Streit, denn seine Geliebte Caroline (Clémence Poésy) bekommt alle Zuneigung und Liebe des Meisters. Seine Macken kennt sein Bruder Diego (Tony Shalhoub), der ebenfalls Künstler ist, sehr gut. Giacometti bittet den amerikanischen Kunstkritiker und Biografen James Lord (Armie Hammer), ihm Modell zu sitzen. Eigentlich auf eine Woche angelegt, werden die Sitzungen immer wieder von Bistro-Besuchen oder Spazierfahrten unterbrochen und wollen kein Ende nehmen. Mehrfach verschiebt Lord seinen Heimflug.

Es herrschen auch chaotische Zustände.

Kritik:

Ein Einblick in das Leben des berühmten Schweizer Malers aus der Perspektive des Künstlers gesehen, zwei Jahre vor seinen Tod. Der Regisseur Stanley Tucci schafft in seiner fünften Regiearbeit die chaotischen Zustände der Biographie zu bündeln und erzählt vom Mut zur Zerstörung und dem Neuanfang des Genies bei der Arbeit. Für Kunstliebhaber und Künstler ein Muss.

Zur Pressekonferenz kam Stanley Tucci und brachte die Schauspielerin Clémence Poésy und den Darsteller Armie Hammer mit.

Stanley Tucci:

„Dieser Film basiert auf dem gleichnamigen Buch. Ich mag diese Filmbiographie eigentlich nicht so, aber ich mag gewisse Phasen des Lebens eines Menschen. Da konnte ich mich auf gewisse Details konzentrieren. Bei der Filmbiographie gibt es immer die Einführung großen Ereignisse und den gesamten Überblick. Hier wird das Leben von Giacometti in einem Mikrokosmos dargestellt. Wir haben mit Tag 1 angefangen und mit Tag 18 aufgehört, aber innerhalb dieser Phase gibt es komplettes Chaos. Schon als junger Mann wollte ich diesen Film machen, doch damals war es mir nicht möglich“, so Tucci.

Der Film „Final Portrait“ läuft Außer Konkurrenz.

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