Berliner Mordfall Hatun Sürücü: Brüder dürfen aus der Türkei ausreisen

Beim Prozess im Mordfall Hatun Sürücü in Istanbul ist die Ausreisesperre gegen die beiden angeklagten Brüder aufgehoben worden.

Eine Menschenschlange vor dem Gerichtsgebäude im Stadtteil Kartal in Istanbul, in dem Sürücü-Fall verhandelt wird.  (Foto: dpa)

Eine Menschenschlange vor dem Gerichtsgebäude im Stadtteil Kartal in Istanbul, in dem Sürücü-Fall verhandelt wird. (Foto: dpa)

Das Gericht gab am Donnerstag damit einem Antrag der Verteidigung statt, die argumentierte, dass die Auflagen das «Familien- und Sozialleben der Mandanten beeinträchtigen», berichtet die dpa. Damit dürfen sich die Angeklagten frei bewegen und auch ins Ausland reisen. Der Richter setzte den nächsten Verhandlungstermin zudem auf den 30. März fest. Ein neuer Staatsanwalt hat den Fall inzwischen übernommen, der um Zeit bat, um sich einarbeiten zu können.

Den 36 und 37 Jahre alten Brüdern wird laut Anklageschrift vorgeworfen, ihre Schwester 2005 vorsätzlich in Berlin getötet zu haben. Sie sollen demnach den jüngsten Bruder mit dem Mord an Hatun Sürücü beauftragt und auch die Tatwaffe besorgt haben. Der Jüngste erschoss seine Schwester an einer Bushaltestelle.

Der Täter war bei einem Prozess in Deutschland zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Nach Verbüßung seiner Strafe wurde er in die Türkei abgeschoben. Im Prozess gegen seine älteren Brüder hatte er im Januar 2016 in Istanbul ausgesagt, die Tat alleine begangen zu haben.

Die Anklage in Istanbul stützt sich vor allem auf die Aussagen der Ex-Freundin des Täters, der ihr laut Anklageschrift von dem Mitwirken der beiden Brüder erzählt hatte. Damit ist sie die wichtigste Zeugin der Anklage. Die Frau konnte jedoch trotz einer entsprechenden Anordnung des Richters noch immer nicht vernommen werden. Die Gründe dafür waren zunächst nicht bekannt.

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