Polarforschung: Türkei plant Stützpunkt in der Antarktis

Eine Gruppe türkischer Wissenschaftler wird in den nächsten Tagen in die Antarktis reisen, um dort die erste türkische Basis für wissenschaftliche Forschung aufzubauen.

Mit einem kleinem Boot fahren Wissenschaftler zur Kongsfjord-Gletscherfront in der Nähe der Forschungsstation Kings Bay auf Spitzbergen (Norwegen). (Foto: dpa)

Mit einem kleinem Boot fahren Wissenschaftler zur Kongsfjord-Gletscherfront in der Nähe der Forschungsstation Kings Bay auf Spitzbergen (Norwegen). (Foto: dpa)

Angekündigt wurde die Antarktis-Mission Anfang der Woche von der Leiterin des ersten türkischen Polarforschungszentrums, berichtet die türkische Zeitung Sabah. Das Team werde dort Vor-Machbarkeitsstudien für die Basis durchführen, sagte Burcu Özsoy, Direktorin des Polarforschungszentrums der Technischen Universität Istanbul, auch bekannt als ITU PolReC.

PolReC wurde 2015 gegründet. Die Mission des Zentrums ist es, die Antarktis zu erforschen und die Sichtbarkeit der Türkei in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft zu stärken. Özsoy zufolge, seien die wissenschaftlichen Studien dort von immenser Bedeutung, um Informationen über den Klimawandel zu sammeln.

Eine ganze Reihe von Staaten würde bereits seit 70 Jahren in den Gebieten der Naturwissenschaften, der Geowissenschaften und der Lebenswissenschaften daran arbeiten. Auch die Türkei habe das Potenzial, in diesen drei wissenschaftlichen Disziplinen aktiv zu werden. „Es wird ein sehr stolzer Moment, wenn dort eine türkische Flagge weht [in der Antarktis]“, so die Forscherin.

Schon im April vergangenen Jahres machte sich ein Team von 14 türkischen Forschern, darunter Ärzte, Botaniker, Vermessungsingenieure und Geologen sowie Ozeanographen aus sieben türkischen Universitäten in die Antarktis auf, um die Auswirkungen des Klimawandels zu untersuchen.

Die Antarktis ist ausschließlich friedlicher Nutzung, besonders der wissenschaftlichen Forschung vorbehalten. Das wurde im Antarktis-Vertrag von 1959 festgelegt. Die Türkei unterzeichnete das Abkommen im Jahr 1996.

Der Kontinent gilt als der kälteste der Welt. Die niedrigste Temperatur wurde 1983 mit minus 89 Grad Celsius (minus 128 Fahrenheit) aufgezeichnet. Im Sommer steigen die Temperaturen auf minus 15 Grad Celsius (5 Grad Fahrenheit) oder minus 5 Grad Celsius (23 Grad Fahrenheit).

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