Ratingagentur: Abwertung der Lira trübt Aussichten für die Türkei

Die Ratingagentur Moody's sieht die türkische Wirtschaft zwar auf Wachstumskurs. Die Abwertung der Lira stelle jedoch ein erhebliches Risiko dar.

Die Türkische Lira. (Foto: dpa)

Die Türkische Lira. (Foto: dpa)

Die Ratingagentur Moody’s zeigt sich zuversichtlich über den Zustand der türkischen Banken: Die türkischen Banken bleiben gut kapitalisiert, weil der Tourismus-Sektor des Landes nach der Verständigung mit Russland, dem Irak und der kurdischen Regionalregierung im Nord-Irak einen Schub bekommen werde, sagte Moody’s am Montag in einer Mitteilung in London.

Die Agentur sagte laut Anadolu: „Die türkischen Banken sind zwar gut kapitalisiert, aber die Abwertung der Lira und das langsame Wirtschaftswachstum wecken neue Bedenken über das Bankensystem. Wir gehen davon aus, dass diese Faktoren die Qualität der Assets, die Finanzierungskosten, die Rentabilität und das Wachstumspotenzial der türkischen Banken negativ beeinflussen.“

Die Versöhnung mit den Ländern, vor allem mit Russland, Israel und der nördlichen irakischen Regionalregierung werde allerdings dem türkischen Tourismussektor zugutekommen, urteilt Moody’s.

Nach den Prognosen von Moody wird die türkische Wirtschaft im Jahr 2017 um 2,3 Prozent wachsen. Im Jahr 2018 soll das Wachstum des BIP auf 3 Prozent ansteigen.

Die Inflationserwartungen der Verbraucherpreise liegen 8,2 Prozent für Ende dieses Jahres und 8 Prozent bis Ende 2018.

Das Leistungsbilanzdefizit auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP), das für einige Zeit eine der größten Herausforderungen für die Türkei bleibt, wird voraussichtlich bei 5,2 Prozent für dieses Jahr und 5,3 Prozent im kommenden Jahr liegen.

Eine Erhöhung des Ratings für die Türkei möchte Moody’s wegen der Risiken noch nicht vornehmen. Aber eine Reihe von Strukturreformen, die diese Herausforderungen adressieren und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in Angriff nehmen würden, könnte zu einer Heraufstufung durch Moody’s führen.

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